Spontane Heilung
Unter dem Oberbegriff "Spontanheilung" möchte ich diejenigen Heilungen zusammenfassen, die ohne einen "bewußten" Grund irgendwann erfolgen. Lesen Sie selbst, was ich meine, es ist schwer zu erklären.
Geschichte von Wolfgang*
Nennen wir ihn einfach einmal Wolfgang* (*Name geändert). Wolfgang hatte schon immer seinen eigenen Kopf, war "schwierig" im Umgang, galt bereits in der Schule als verhaltensauffällig, hatte u.a. Ausfälle, motorische Probleme, Wahrnehmungsprobleme - und das wegen einem unoperablen Hirntumor! Seine Eltern wurden (wie Eltern heutzutage auch noch so oft) von der Umgebung "verrückt gemacht". Ihnen hatte man bereits diagnostiziert, dass ihr Sohn wohl nicht mehr lange zu leben hat, geschweige denn, dass aus ihm "einmal etwas wird". Regelmäßig müsse er zur Untersuchung, um festzustellen, ob der Tumor weiterwächst.
Wolfgang ging, sobald er selbst entscheiden konnte, einfach nicht mehr zum Arzt. Die Ausfälle wurden weniger, in der Schule wurde er immer ehrgeiziger und recht erfolgreich. Irgendwann hatte er keine offensichtlichen Einschränkungen mehr. Bei einer Untersuchung wurde dann per Zufall festgestellt, dass er keinen Gehirntumor mehr hat. Mittlerweile ist er 40 und hat nicht nur eine beachtliche Schullaufbahn hinter sich, er hat mittlerweile selbst eine Familie und ist im Beruf sehr erfolgreich. Niemand der ihn kennenlernt würde vermuten, dass er eine solche Geschichte hinter sich hat. ###
Geschichte von Katrin* über Asperger
Das Asperger Syndrom ist eine leichte Form des Autismus. Mit dem Begriff Autismus verbinden die meisten sicherlich nur den ein oder anderen Film. Einige wissen leider nur, dass von Asperger betroffene Menschen nicht in die Augen sehen können und typische Aussenseiter sind. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen, die sich so verhalten, ein Asperger Syndrom haben! Diese Diagnose können nur Fachleute stellen. Ich habe eine Frau getroffen, bei deren Sohn Asperger diagnostiziert wurde und die mir eine schöne Mut-Mach-Geschichte dazu erzählt hat.
Wie alle Eltern war Katrin* (Name geändert) schockiert über die definitive Diagnose des Asperger Syndroms bei ihrem Sohn Tim* (Name geändert). Tim war schon immer recht verschlossen, konnte nicht in die Augen sehen und wollte keinen Körperkontakt, auch als kleines Kind schon nicht. Er lernte zwar sehr spät das Sprechen und zog sich immer mehr zurück. Sie führte das zunächst auf das Sprechen zurück. Im Kindergartenalter begann dann sein besonderes Interesse an Zahlen. Er zählte sehr intensiv, alles mögliche, von Hausnummern, zu Autos, schrieb einfache Zahlenkolonnen auf. Das war der Zeitpunkt, als Katrin die Eigentümlichkeit ihres Sohnes zum ersten Mal auffiel. Er traf sich zwar auch mit anderen Kindern, traf sich aber nur mit einem Jungen aus dem Kindergarten und einem Jungen aus der Nachbarschaft. Zuerst meinte sie, sie müsste sich entschuldigen, dass ihr Sohn niemanden ansah, versuchte auch vergeblich, ihm gute Tischmanieren beizubringen. In der Grundschule war er sofort auffällig, störte den Unterricht ständig, hatte Probleme mit Gruppen und lies nicht von den Spielereien mit Zahlen. Er hätte niemals mit dem Bus zur Schule fahren können und Änderungen des Tagesablaufes machten Tim sehr starke Probleme. Durch die Lehrer ermutigt, lies Katrin Tim untersuchen.
Leider bestätigte der Arzt Katrins insgeheim befürchteten Verdacht: Tim wurde ein Asperger Syndrom in einer leichten Ausprägung diagnostiziert. Und noch dazu eine Hochbegabung im mathematischen Bereich. Klar, dadurch wurde Tim ja nun nicht irgendwie anders, er blieb dadurch der gleiche Tim wie immer. Aber endlich hatten seine Verhaltensstörungen einen Namen: Asperger. Eine Krankheit, wodurch sie Tim endlich besser verstehen lernen konnte. Katrin erzählte, dass diese als nicht heilbar geltende Krankheit sogar relativ häufig auftritt, ein Mensch unter 150 Menschen hat ein Asperger Syndrom. Es ist eigentlich gar keine Behinderung, eher eine Befindlichkeitsstörung, die häufig erst sehr spät diagnostiziert wird. Katrin erzählte mir, dass es mittlerweile viele gute Bücher über Asperger gibt, einige von Betroffenen selbst geschrieben. Und dadurch, dass sie sich viel damit beschäftigte, konnte sie ihn besser verstehen und ihm zunehmend helfen und auch seine Stärken fördern.
Jahre später...
Tim hatte vor kurzem Geburtstag. Er ist ein selbständiger, ganz normaler, fröhlicher, gutaussehender junger Mann - von Asperger keine Spur mehr! Zu seinem Geburtstag hat er eine Party mit seiner Freundin gegeben (das ist schon seine zweite Freundin:-)). Unglaublich, früher wäre er niemals auf den Gedanken gekommen, eine Party zu machen. Er hat seine Schule ganz gut gemeistert und hat sich einen Beruf ausgesucht, der natürlich viel mit Mathe zu tun hat und in dem er viel selbständig arbeitet. Das ihm einmal Asperger diagnostiziert wurde, würde keiner mehr ahnen. Katrin erzählte, der Arzt hätte ihr früher schon gesagt, dass sich das Asperger Syndrom in der Pubertät zurückbilden kann. Gut, Tim hat immer noch Schwierigkeiten, in die Augen zu sehen, ist immer noch sehr zurückhaltend und braucht einen geregelten Tagesablauf, aber er kommt gut mit dem Leben klar. Und er ist vor allem glücklich - und das ist doch das Wichtigste... ####
Diese Mut-Mach-Geschichte ist nicht darum gut, weil das Asperger Syndrom verschwunden ist, sondern weil Tim trotz dieser damaligen Diagnose glücklich geworden ist. Es muss ja nicht das Ziel sein, eine Krankheit oder Behinderung "wegzubekommen", sondern das Ziel muss immer sein, damit glücklich zu werden. Und es gibt sicherlich auch andere Mut-Mach-Geschichten von Menschen mit Autismus, die sich mit ihrem Leben mit Autismus gut arrangiert haben und auch glücklich geworden sind, auf ihre Weise mit ihrem Weg. Und das ist eine grosse Leistung.
>>> weiter zum Thema "Der Schlaf heilt"
>>> weiter zum Mut-Mach-Newsletter