Schreiben

Schreiben als Weg

"WER SCHREIBT, DER BLEIBT"



dieser bekannte Satz stammt von Ludwig Harig.
Was kann das bedeuten? Das heisst nicht nur, dass Geschriebenes bleibt. Für Manche heisst das auch, dass das buchstäbliche "von der Seele schreiben" dazu beiträgt, dass man sich besser fühlt, etwas verarbeitet und damit aktiv etwas für sich tut.


Geschichte von Caroline

Caroline Régnard-Mayer hat das Schreiben für sich entdeckt. Durch das Schreiben bekommt sie Kraft für den Alltag und macht gleichzeitig anderen Mut. Mut, trotz schwerer Krankheit und als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern den Alltag gut zu bewältigen und das Leben zu geniessen. Denn das hat sie geschafft, mit Multipler Sklerose und einer schlimmen Depression, die sie überwunden hat. Gerade hat sie ihr drittes Buch "Frauenpower trotz MS" erfolgreich veröffentlicht und ich freue mich sehr, dass Sie mir ihre Geschichte geschickt hat:



"Liebe Birgit,

schon lange habe ich dir einen Bericht von „meiner“ Geschichte versprochen, nun hier in der Reha-Klinik „Qellenhof“ habe ich endlich die Ruhe dazu.

Es ist keine spektakuläre Geschichte, aber ich fand meinen eigenen Weg mit der Krankheit Multiple Sklerose zu leben, und Zuversicht und Mut prägen heute mein Leben.



Vor 7 Jahren erhielt ich die Diagnose, aber wenn die Ärzte und ich zurückrechnen, tobt sie schon seit etwa 1995 kurz nach der Geburt meiner Tochter, in mir. Nach Diagnosestellung war nichts mehr, wie vorher. Nachdem meine Kinder und ich schon seit 2001 alleine leben, war das Leben nicht mehr planbar. War diese Planung vorher überhaupt möglich, frage ich mich heute?




Da ich einen sehr schweren Schub vier Monate nach der Diagnose der MS hatte und ich leider im Beruf in der Probezeit war, bedeutete es das Aus in meinem Beruf. Anschließend fuhr ich sechs Wochen zur Reha, um mich dort von einem schweren Schub zu erholen. Ich denke, schon damals wurde mein Kämpfergeist und mein heutiges positives Denken für das Leben geweckt.



Das heißt jetzt nicht, dass ich alles durch eine rosarote Brille betrachte, aber ich sagte der Krankheit mit den vielen Gesichtern den Kampf an. Es war ein langer, steiniger Weg, der sich gelohnt hat. Er führte mich zwar durch ein Tal der finanziellen Unbeständigkeit und vielen Gerichtsprozessen bzgl. Kindesunterhalt, auch zwei Medikamenten-abhängige Depressionen kamen erschwerend dazu.



Mittlerweile habe ich den Kampf gegen die MS aufgegeben, denn dieses Kämpfen kostete mich enorme Kraft und Zeit. Die noch vorhandenen Sonnenseiten des Lebens mit dieser nicht heilbaren Erkrankung, machen das Leben lebenswert. Ich setzte andere Prioritäten und nutze die guten Tage, um mir etwas zu gönnen und für meine Kinder voll und ganz da zu sein.


Lass los, was dir die Ruhe nimmt!


Seit meinem Seminar bei einem bekannten Pater im Kloster Münsterschwarzach, weiß ich, ich bin auf dem richtigen Weg- meinem Weg! Ein persönliches Gespräch mit ihm öffnete mir die Augen. Sein Zitat: „Lass los, was dir die Ruhe nimmt!“ wurde zu meinem Motto im täglichen Leben.



Auch das Schreiben von Büchern hilft mir mit dieser Krankheit umzugehen. Sie wird für mich dann zu einer wegweisenden und mutmachenden Krankheit. Ich reflektiere Vergangenes und verarbeite Geschehnisse jeglicher Art – es beflügelt meine Seele. Durch diese Veröffentlichungen bin ich ja auch auf dich, liebe Birgit, gestoßen und auch unser Austausch ist wertvoll im Umgang mit „unserer“ MS. Der Austausch mit meinen Lesern und teils persönlichen Kontakt, wie meine liebe Freundin Andrea in Wien, ist eine Bereicherung in meinem Leben. Ohne die Bücher und der Multiplen Sklerose hätte ich diese Menschen nie kennengelernt. Ich danke der MS nicht und liebe sie nicht, aber vielleicht hätte ich nicht diesen zufriedenen und mutmachenden gelassenen Weg eingeschlagen.


Ich habe das ganz alleine geschafft!



In der jetzigen Reha konnte ich Kraft tanken und meine Wegstrecke von 300 m wieder bis zu einem km verbessern. - Aber mit vielen Pausen. Der Erfolg zählt, auch wenn er noch so klein ist. Viele Symptome seit dem Beginn meiner MS und den unzählig vielen Schübe manifestierten sich, aber ich habe gelernt damit zu leben und sie als einen Teil von mir anzunehmen. Das Rolli-Training in der Reha nahm mir die Hemmung vor einem Rollstuhl und ich sehe die diversen Hilfsmittel nicht mehr als Gespenster, sondern sie erleichtern meinen Alltag.



Nach den erfolglosen Interferon- und Copaxone-Therapien geht nun auch die Tysabri-Ära zu Ende. Aber die Zukunft und mein Glaube an Gott und an mich, werden mir auch dieses Mal den richtigen Weg zeigen! Ich biete der MS gelassen die Stirn, ändern kann ich meinen nun mehr sekundär-progredienten Verlauf nur bedingt, aber spüre, dass das Leben noch viele schöne Überraschungen für mich bereit hält. Das zeigten mir Menschen, die ich in der Reha begegnet bin und meine vielen Leser. Ich schreibe z.Zt. an meinem dritten Buch, das mir bei meiner Krankheitsbewältigung enorm hilft.


Liebe Grüße

Caroline

Ich wünsche allen Betroffenen eine Portion Mut und viel Sonnenschein in ihrem Leben!!"


>>> Link zur Homepage von Caroline Regnard-Meyer und zur Buchbestellung:







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